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Kulturwissenschaftliche Fakultät

Bachelor-Studiengang Kultur und Gesellschaft

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Religionswissenschaft

Informationen zum Fach Religionswissenschaft:

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Inhalte

Das Fach Religionswissenschaft vermittelt Kenntnisse über die Vielfalt religiöser Traditionen in ihren historischen, kulturellen und sozialen Kontexten, z.B. in Bezug auf Politik, Bildung, Globalisierung, Gender u.a.m. Gegenstand des Faches sind nicht nur große Traditionen wie die sogenannten „Weltreligionen“, sondern auch Phänomene wie Esoterik, Säkularismus oder Atheismus. Schwerpunkte der Bayreuther Religionswissenschaft bilden die Beschäftigung mit der religiösen Gegenwartskultur Europas, mit Islam in der Gegenwart und mit afrikanischen Religionen.
Die Religionswissenschaft versteht sich als weltanschaulich neutrale und nicht-normative Wissenschaft. Sie nimmt Religionen und Religiosität in ihrer Vielfalt, aber auch deren Gegenstück, die stark gewachsene Säkularität moderner Gesellschaften, als kulturelle, empirisch fassbare Phänomene in den Blick und untersucht sie mit historischen, sprach-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Methoden. Damit unterscheidet sie sich grundsätzlich von den verschiedenen Theologien oder „religiösen Studien“, die einen normativ-religiösen Zugang vertreten und zumeist jeweils einer der religiösen Traditionen verbunden sind. Zugleich verfügt die Religionswissenschaft über eine selbstreflexive Kompetenz, die ihre eigenen Abhängigkeiten und die anderer moderner Wissenschaften von kulturellen und gesellschaftlichen Mustern im Blick hat. Im Studium wird die Kompetenz vermittelt, die Bedeutung von Religionen in modernen Gesellschaften sachgerecht zu beurteilen und in ihrer Vielfalt unvoreingenommen und zugleich analytisch-kritisch in den Blick zu nehmen.

Studienziele

Im Fach Religionswissenschaft geht es darum, ein Verständnis für historische, kulturelle und gesellschaftliche Zusammenhänge der Religionen zu erarbeiten, aber auch Einblicke in die Beziehungen zwischen Religionen sowie in die inneren Dynamiken und die jeweilige Vielfalt einzelner Traditionen zu bekommen. Um das zu ermöglichen, werden allgemeine Grundlagen des kultur- und sozialwissenschaftlichen Arbeitens sowie Kenntnisse der wichtigsten Theorien und historischen Entwicklungen des Faches vermittelt. Durch die Aneignung kritisch-analytischer Zugänge zu religiösen Themen und ihren sozialen Bedingungen erwerben die Studierenden die Fähigkeit, aktuelle gesellschaftliche Prozesse aus einer wissenschaftlichen Perspektive zu beleuchten.

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Das Fach Religionswissenschaft gliedert sich in fünf Bereiche:

Der Bereich Grundlagen und Systematische Religionswissenschaft dient dazu, das Bewusstsein für religionswissenschaftliche Zugangsweisen zu religiösen Phänomenen sowie für die Differenzen zwischen unterschiedlichen disziplinären Forschungsinteressen und –traditionen zu schärfen. Neben dem Einüben ins wissenschaftliche Arbeiten gehört dazu ein Überblick über wissenschafts­geschichtliche Entwicklungen sowie aktuelle Bestimmungen des Fachverständnisses. „Systematische Religionswissenschaft“ bezeichnet die theoretisch fundierte, exemplarische oder komparative Behandlung relevanter Themenfelder des Faches.

Der Bereich Traditionen und Themen der Religionsgeschichte vermittelt Kenntnisse zu ver­schiedenen religiösen Traditionen (wie Judentum, Islam, Christentum, Hinduismus und Buddhis­mus) und geographisch-kulturellen Räumen. Er vertieft zugleich das in den „Grundlagen“ erworbene Wissen.

Der Bereich Religiöse Gegenwartskultur zielt darauf ab, die Vielfalt religiöser Erscheinungsformen der Gegenwart zu erschließen und in einen theoretischen Rahmen zu stellen. Die Veranstaltungen thematisieren unter anderem Dynamiken religiöser Wandlungs- und Interaktionsprozesse (z.B. im Gefolge von Migrationsbewegungen, globalisierter Kommunikation oder religiöser Pluralisierung)  und deren Konsequenzen für die religionswissenschaftliche Begrifflichkeit.

Der Bereich Spezialisierung bietet in erster Linie die Möglichkeit, die individuell gewählte thematische Schwerpunktsetzung zu vertiefen. Dazu dienen vor allem die Independent Studies, d.h. die eigenständige Bearbeitung eines selbst gewählten Themas in Rücksprache mit einem / einer Dozenten / in. Anhand konkreter Themen der Religionsgeschichte oder religiösen Gegenwartskultur wird in diesem Bereich die Fähigkeit zur Erarbeitung einer religionswissenschaftlichen Fragestellung und deren theoretischer und methodischer Einbettung vertieft.

Im Bereich Fachvertiefung im Rahmen des Mobilitätsfensters (idealtypisch für das fünfte Studiensemester vorgesehen) kann das religionswissenschaftliche Fachstudium in Bayreuth oder an einer anderen deutschen oder ausländischen Universität nach individuellen Interessen und Schwerpunktsetzungen erweitert und vertieft werden. Dies schließt  die Möglichkeit zum Studium religionswissenschaftlich relevanter Sprachen ein. Je nach Schwerpunktsetzung kann das Mobilitäts­fenster in vollem Umfang für den Bereich der Religionswissenschaft, des gewählten zweiten Fachs oder auch in beliebiger Kombination beider Fächer eingesetzt werden.

Über das Fachstudium hinaus bietet der Verzahnungsbereich Studierenden vielfältige Möglichkeiten, religionswissenschaftlich relevante Forschungsqualifikationen zu erwerben. Für die Erschließung religiöser Quellentexte können diverse Quellensprachen erlernt und in Lektüreseminaren angewandt werden. Für die empirische Erforschung gegenwärtiger Religion und Religiosität wird ein breites Spektrum sozialwissenschaftlicher Methoden angeboten.

Die Bachelorarbeit kann wahlweise im Fach Religionswissenschaft, im anderen gewählten Fach oder an der Schnittstelle beider Fächer (interdisziplinär) verfasst werden. Durch die Abfassung der Bachelorarbeit erschließen sich die Studierenden am Ende ihres Studiums exemplarisch einen zusammenhängenden Forschungsinhalt. Sie sollen dadurch in die Lage versetzt werden, eine überschaubare Forschungsfrage in ihren empirischen wie theoretischen Implikationen zu erfassen, zu operationalisieren und auszuarbeiten.

PerspektivenEinklappen

Berufsorientierung

Angesichts zahlreicher Debatten zur Rolle von Religionen in der Gesellschaft, z.B. beim Thema Migration und Integration, bei Konflikten und bei der individuellen und kollektiven Identitätsarbeit besteht heute in Politik und Medien eine Nachfrage nach professionellen religionswissenschaftlichen Kompetenzen. Wichtige Berufsfelder außerhalb der Universität sind Kulturmanagement, internationale Organisationen, Medien, Verlage und Erwachsenenbildung sowie Beratungs- und Sachverständigenstellen öffentlicher Träger und politischer Einrichtungen. Da Religionen vielfältig mit anderen kulturellen Bereichen verwoben sind, ist es sehr sinnvoll, Religionswissenschaft in Kombination mit einem zweiten kulturbezogenen Fach wie z.B. Ethnologie, Geschichte, Islamwissenschaft oder Soziologie zu studieren. Die Veränderungen der religiösen Landschaft in Deutschland und vielen anderen Ländern (wachsende religiöse Vielfalt und Heterogenität, gleichzeitig starker Rückgang der Religiosität weiter Bevölkerungsanteile) erfordert eine neuartige, sachlich kompetente Sicht auf die Religionsthematik, wie sie die Religionswissenschaft bietet.

Akademische Anschlussmöglichkeiten

Neben den außerakademischen Berufsfeldern qualifiziert der Studiengang dafür, ein Master-Studium in einem der beiden Fächer oder einer verwandten Disziplin anzuschließen. So kann nach dem BA-Studium der Bayreuther Masterstudiengang Religionswissenschaft mit seinen Schwerpunkten (u.a. Religiöse Gegenwartskultur, Bildung und Erziehung, Religionen Afrikas) belegt werden, ebenso wie Masterstudiengänge anderer Universitäten im In- und Ausland im Bereich der Religionswissenschaft. Letzteres kann unter Umständen durch ein Auslandsstudium im Rahmen des Mobilitätsfensters mithilfe des Erasmus-Programms vorbereitet werden.
Darüber hinaus bietet der Studiengang durch die Wahl des zweiten Faches die Möglichkeit, sich gezielt auf einen anderen Masterstudiengang, in Bayreuth z.B. Kultur- und Sozialanthropologie, Europäische Geschichte u.a.m., vorzubereiten.

KontaktEinklappen

Dr. Stefan Schröder
Raum: 1.15/GWII
Telefon: 0921/55-4187
E-Mail: stefan.schroeder@uni-bayreuth.de

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Verantwortlich für die Redaktion: Barbara Polak

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